Korrigiert am 17. September 2026
Die erste Fassung dieses Leitfadens empfahl, auch beim Laden sichtbare Bilder per Lazy Loading nachzuladen, wovon Google abrät, und behauptete, Bilder ohne Alt-Text seien für die Google-Bildersuche unsichtbar. ImageObject beschrieb sie als Grundlage für Bild-Karussells (Google nutzt es für Lizenzangaben), sie nannte einen „Page-Experience-Score“, den es nicht gibt, und behauptete, ChatGPT und Perplexity glichen Alt-Text mit den Pixeln ab, was kein Anbieter dokumentiert. Das „Live-Audit von 10 Guides“ hatte keine gespeicherten Daten und widersprach sich stellenweise, deshalb ist es raus.
Zu Bild-SEO gibt es viele allgemeine Ratschläge und wenig Messung. Die meisten Guides wiederholen dieselbe Liste: moderne Formate, beschreibender Alt-Text, Breite und Höhe, Lazy Loading. Manches davon stimmt, manches ist veraltet, und manches geht weiter, als Googles Dokumentation es tut.
Dieser Leitfaden hält sich an das, was dokumentiert ist. Wo etwas eine Faustregel und keine dokumentierte Regel ist, sage ich das.
Was Bild-SEO eigentlich ist
Bei Bild-SEO geht es um alles, was Suchmaschinen hilft, deine Bilder zu finden, zu verstehen und anzuzeigen, und um alles, was verhindert, dass Bilder die Seite bremsen. Dazu gehören auffindbares Markup, beschreibender Text, sinnvolle Dateinamen, effiziente Formate und ein Ladeverhalten, das den Core Web Vitals nicht schadet.
Google erklärt seine Seite in der Dokumentation zur Bildersuche in einem Satz: Google nutzt Alt-Text zusammen mit Computer-Vision-Algorithmen und dem Inhalt der Seite, um zu verstehen, was ein Bild zeigt. Alt-Text ist also eine von drei Quellen. Bilder sollten als <img>-Elemente im HTML stehen (oder als <picture> mit <img>-Fallback), damit Google sie findet. CSS-Hintergrundbilder werden nicht als Bilder indexiert.
Die 6 Faktoren, die zählen
Diese sechs decken das meiste ab, was du beeinflussen kannst. Sie wiegen nicht gleich viel, und Google veröffentlicht keine Gewichtung. Die Reihenfolge ist also praktisch gemeint, nicht offiziell.
1. Alt-Text
Alt-Text beschreibt das Bild für Menschen, die es nicht sehen, und gibt Google eine Textfassung des Inhalts. Google wünscht sich nützliche, informative Inhalte, die Keywords passend und im Kontext der Seite verwenden.
2. Effiziente Formate
WebP und AVIF erzeugen bei ähnlicher Bildqualität kleinere Dateien als JPEG, was das Laden beschleunigt. Die Google-Bildersuche unterstützt beide.
3. Priorität des LCP-Bilds
Ist ein Bild das LCP-Element, sollte es nicht per Lazy Loading geladen werden, und fetchpriority="high" hilft dem Browser, es früher abzurufen. Das dokumentierte Beispiel auf web.dev ist Google Flights: Mit Priority Hints sank der LCP dort von 2,6 auf 1,9 Sekunden.
4. Breite und Höhe
Mit Breiten- und Höhenattributen (oder CSS aspect-ratio) reserviert der Browser den passenden Platz, bevor das Bild ankommt. Dadurch springt das Layout nicht, und genau das misst Cumulative Layout Shift. Bilder ohne Maße sind eine häufige Ursache für CLS.
5. Dateiname
Googles Rat ist kurz: Dateinamen sollen kurz, aber beschreibend sein. Das eigene Beispiel lautet my-new-black-kitten.jpg statt IMG00023.JPG. Eine dokumentierte Längengrenze gibt es nicht. Gehashte Dateinamen aus Build-Tools sind kein Problem, solange Alt-Text und Kontext die Bedeutung tragen.
6. Bild-Metadaten und strukturierte Daten
Strukturierte Daten oder IPTC-Metadaten mit Lizenzangaben können ein Bild für das Badge „Lizenzierbar“ in der Google-Bildersuche qualifizieren. Davon unabhängig können Artikel-, Produkt- und Rezept-Markup auf Bilder verweisen. Google beschreibt keins von beidem als Ranking-Faktor.
Alt-Text: Was Google wirklich verlangt
Drei Probleme tauchen immer wieder auf: Alt-Text voller Keywords („seo tool dashboard beste seo 2026 keyword recherche“), alt="" auf Bildern, die Informationen tragen, und fehlende Alt-Attribute bei Bildern, die Templates oder CMS-Blöcke ohne Attribut einfügen.
Guter Alt-Text beschreibt, was das Bild zeigt, geschrieben für jemanden, der es nicht sieht. „GSC-Dashboard mit 38 % mehr Klicks gegenüber der Vorwoche“ ist besser als „Dashboard“. „Klempner repariert einen Siphon unter der Küchenspüle“ ist besser als „Klempner Spüle“. Eine offizielle Länge gibt es nicht. Ich ziele auf einen kurzen Satz, weil der meist reicht, um konkret zu sein, ohne zur Bildunterschrift zu werden.
Drei Fälle decken die meisten Bilder ab. Dekorative Bilder wie Hintergrundformen oder Trenn-Icons bekommen alt="", damit Screenreader sie überspringen. Bilder mit Informationen bekommen eine konkrete Beschreibung, in der das Thema der Seite ganz von selbst vorkommt, wenn das Bild davon handelt. Komplexe Bilder wie Diagramme oder dichte Screenshots bekommen einen kurzen Alt-Text und eine ausführlichere Erklärung in der Bildunterschrift oder im Text daneben.
Zu Keywords ist Google deutlich: Füll Alt-Attribute nicht mit Keywords, denn das verschlechtert die Nutzererfahrung und kann dazu führen, dass deine Website als Spam eingestuft wird. Nutz das Thema dort, wo es zur Beschreibung passt, und wiederhol nicht bei jedem Bild dieselbe Phrase.
Ein Mythos, den du streichen kannst: Ein Bild ohne Alt-Text ist für Google nicht unsichtbar. Google nutzt auch Computer Vision und den Seiteninhalt. Fehlender Alt-Text kostet dich trotzdem etwas: Du verzichtest auf die klarste Beschreibung, die du selbst steuerst, und Screenreader-Nutzer bekommen gar nichts.
Moderne Formate: WebP und AVIF
WebP erschien 2010 und unterstützt verlustbehaftete und verlustfreie Kompression sowie Transparenz. Die Dateien sind typischerweise etwa ein Viertel bis ein Drittel kleiner als vergleichbare JPEGs. Rund 97 % der genutzten Browser unterstützen es.
AVIF ist neuer, von 2019, und komprimiert meist stärker, oft auf etwa die Hälfte eines vergleichbaren JPEGs. Rund 95 % der Browser unterstützen es: Chrome und Firefox, Safari ab iOS 16 und vollständig ab Safari 16.4 auf macOS, Edge seit Version 121 im Januar 2024. Das Kodieren dauert bei AVIF spürbar länger als bei JPEG oder WebP, es gehört also in den Build oder zu einem Bild-CDN, nicht in jede einzelne Anfrage.
Wie viel du sparst, hängt vom Bild ab. Miss deshalb deine eigenen Dateien, statt einer einzelnen Prozentzahl zu vertrauen. Das übliche Setup ist ein <picture>-Element: AVIF zuerst, WebP als zweites und ein JPEG oder PNG im <img> als Fallback. Der Browser nimmt das erste Format, das er kann, und lädt genau eine Datei.
<picture>
<source srcset="hero.avif" type="image/avif">
<source srcset="hero.webp" type="image/webp">
<img src="hero.jpg" alt="Lumina-Dashboard mit steigenden GSC-Klicks"
width="1200" height="630" fetchpriority="high">
</picture>
Das Markup brauchst du nicht immer. Bild-CDNs können unter derselben URL WebP oder AVIF ausliefern, je nachdem, was der Browser akzeptiert. Eine Datei mit der Endung .jpg kann also als AVIF ankommen. Prüf den Content-Type in den DevTools, statt nach der Dateiendung zu urteilen.
LCP-Bild: Das Muster, das funktioniert
Largest Contentful Paint misst, wann das größte Element im ersten Sichtbereich gerendert ist. Googles Grenze für „gut“ liegt bei 2,5 Sekunden am 75. Perzentil. Laut Web Almanac 2025 ist dieses größte Element auf etwa drei Vierteln der mobilen Seiten ein Bild, am Desktop noch öfter.
Drei Dinge helfen dem LCP-Bild. Lade es nicht lazy: Ein lazy geladenes LCP-Bild wartet, bis das Layout berechnet ist, und in web.devs Labortest kostete das im Median rund 270 Millisekunden. Setz fetchpriority="high": Sonst startet der Browser Bilder mit niedriger Priorität und hebt die im Sichtbereich erst nach dem Layout an. Und gib ihm Breite und Höhe, damit das Layout nicht springt. Die Maße lassen den Download nicht früher starten, sie reservieren nur den Platz.
Für alle anderen Bilder gilt eine einfache Regel. Bilder, die beim Laden sichtbar sind, behalten das Standardverhalten des Browsers (eager). Nur Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs bekommen loading="lazy". So steht es in Googles Leitfaden zu Lazy Loading, denn lazy geladene sichtbare Bilder werden ohne Nutzen verzögert. Setz fetchpriority="high" sparsam ein: Wenn alles hohe Priorität hat, hat nichts hohe Priorität.
Bild-Schema und strukturierte Daten
Unter „Bild-Schema“ laufen zwei verschiedene Dinge, und sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Das erste sind Lizenz-Metadaten. Mit strukturierten Daten (ImageObject) oder IPTC-Fotometadaten gibst du an, wer ein Bild erstellt hat und unter welcher Lizenz es genutzt werden darf. Google verlangt contentUrl plus mindestens eines von creator, creditText, copyrightNotice oder license. Das Ergebnis kann das Badge „Lizenzierbar“ in der Google-Bildersuche sein, das auf die Lizenz verlinkt. Ein Ranking-Versprechen macht Google dafür nicht. Das lohnt sich für Fotografen, Bildagenturen und Verlage, die Bilder lizenzieren, selten für einen normalen Blog.
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "ImageObject",
"contentUrl": "https://example.com/fotos/hafen.jpg",
"license": "https://example.com/lizenz",
"acquireLicensePage": "https://example.com/lizenz-erwerben",
"creditText": "Beispiel Fotoagentur",
"creator": {"@type": "Person", "name": "Jana Muster"},
"copyrightNotice": "Jana Muster"
}
Das zweite ist die Eigenschaft image innerhalb anderer strukturierter Daten. Für Artikel empfiehlt Google sie (als URL oder ImageObject), idealerweise in mehreren Seitenverhältnissen wie 16:9, 4:3 und 1:1 mit jeweils mindestens 50.000 Pixeln. Für Top Stories ist sie keine Voraussetzung, dafür braucht es gar kein Markup. Auch Rezept- und Produkt-Markup nutzt Bilder für die jeweiligen Suchfunktionen. Einen breiteren Überblick gibt der Schema-Markup-Leitfaden.
Bilder und KI-Suche: Was bekannt ist
Vieles, was über Bilder und KI-Suche geschrieben wird, ist Spekulation. OpenAI, Anthropic und Perplexity dokumentieren nicht, ob und wie Bilder auf einer Seite beeinflussen, welche Quellen zitiert werden. Für Behauptungen, KI-Engines würden Alt-Text mit den Pixeln abgleichen oder Quellen nach Bild-Dateinamen gewichten, gibt es keine öffentliche Quelle.
Bekannt ist: KI-Crawler rufen Bilder ab. Vercels Auswertung des eigenen Netzwerks vom Dezember 2024 ergab, dass etwa 11,5 % der Anfragen des ChatGPT-Crawlers und 35 % der Anfragen von Claude Bilder betrafen. Abrufen heißt aber noch nicht, dass bekannt ist, wie die Bilder genutzt werden. Googles KI-Funktionen bauen auf Googles eigenem Bildverständnis auf, das Alt-Text, Computer Vision und Seiteninhalt nutzt.
Ein Punkt ist belegt: Laut derselben Vercel-Auswertung führt keiner der großen KI-Crawler von OpenAI, Anthropic oder Perplexity JavaScript aus. Bilder, die ihre echte src erst von einem JavaScript-Lazy-Loader bekommen, sind für diese Crawler unsichtbar. Natives loading="lazy" ist ein reines HTML-Attribut und hat dieses Problem nicht. Luminas JS-vs-No-JS-Tool zeigt, welche Bilder im rohen HTML stehen und welche erst nach dem Rendern auftauchen.
Der praktische Rat bleibt derselbe: beschreibender Alt-Text, eine Bildunterschrift oder Text in der Nähe, der das Bild erklärt, und Bilder im HTML.
Die 6 häufigsten Fehler
Die meisten sind schnell behoben, wenn du weißt, wo du suchen musst.
1. Große JPEG- oder PNG-Dateien, wo WebP oder AVIF reichen würde
Ein übergroßes JPEG, wo ein modernes Format oder eine passend skalierte Version nur einen Bruchteil der Bytes bräuchte, bremst jeden Besuch. Next.js und Astro erzeugen WebP von Haus aus. Hugo, Nuxt Image und Eleventy brauchen eine ausdrückliche Konfiguration, bei Hugo heißt das ein Verarbeitungsschritt wie .Process "webp", nicht nur das Laden der Ressource.
2. Beim Laden sichtbare Bilder lazy laden
Wer dem Hero oder anderen Bildern im ersten Sichtbereich loading="lazy" gibt, verzögert sie ohne Nutzen. Wie es richtig geht, zeigt das Muster für das LCP-Bild weiter oben.
3. Leerer oder fehlender Alt-Text bei Bildern mit Informationen
Templates, Markdown-Konverter und CMS-Blöcke lassen Alt-Text manchmal weg. Prüf regelmäßig mit Luminas Alt-Text-Checker und ergänz Alt-Text bei jedem Bild, das nicht dekorativ ist.
4. Mit Keywords vollgestopfter Alt-Text
„seo tool bild checker kostenlos 2026 bester alt text dashboard“ beschreibt nichts, und laut Google kann Keyword-Stuffing im Alt-Text deine Website wie Spam aussehen lassen. Beschreib das Bild.
5. Fehlende Breite und Höhe
Ohne Maße springt das Layout, sobald das Bild lädt. Setz Breite und Höhe auf die tatsächlichen Maße des Bilds und skalier per CSS, oder nutz aspect-ratio.
6. Bilder viel größer als ihre Anzeige
Ein Foto mit 4000 × 3000 Pixeln, das 800 Pixel breit angezeigt wird, enthält etwa 25-mal mehr Pixel als nötig. Nutz srcset und sizes, damit jedes Gerät eine passende Größe lädt. Ein CDN mit Bildskalierung erledigt das automatisch, und Bilder über ein CDN mit HTTP/2 oder HTTP/3 auszuliefern hilft meist zusätzlich.
Ein Bild-SEO-Ablauf in 5 Schritten
Fang dort an, wo der Effekt für echte Nutzer am größten ist: zuerst Ladeverhalten und Dateigröße, dann Beschreibungen, zuletzt Metadaten.
Prüf deine meistbesuchten Seiten mit Luminas Alt-Text-Checker. Notier Bilder ohne Alt-Text, übergroße Dateien, Bilder ohne Breite und Höhe und Lazy Loading bei Bildern im ersten Sichtbereich.
Alt-Text-Checker starten →Lass deine Build-Pipeline oder dein Bild-CDN WebP und AVIF in mehreren Größen erzeugen. Nutz <picture> oder Content Negotiation und prüf den Content-Type im Netzwerk-Tab der DevTools.
Finde auf jedem Template das LCP-Bild. Nimm dort das Lazy Loading heraus und setz fetchpriority="high". Lass andere sichtbare Bilder eager und lade nur Bilder weiter unten lazy.
Ersetz leeren, fehlenden oder mit Keywords gefüllten Alt-Text durch konkrete Beschreibungen. Der Alt-Text-Checker listet jedes Problembild. Prüf nach Änderungen am CMS oder an Templates erneut.
Alt-Text erneut prüfen →Wenn du Bilder lizenzierst, ergänz Lizenz-Metadaten für das Badge „Lizenzierbar“. Bei Artikeln, Produkten und Rezepten prüfst du, ob die Eigenschaft image gesetzt ist. Validier mit Luminas Schema Validator.
FAQ
Wo du anfängst
Wenn du diese Woche nur eine Sache machst, such auf deinen wichtigsten Templates das LCP-Bild und prüf zwei Dinge: dass es nicht lazy geladen wird und dass es in sinnvoller Größe und passendem Format ausgeliefert wird. Lass danach Luminas PageSpeed-Tool laufen. Das Laborergebnis ändert sich sofort, die Felddaten in den Core Web Vitals folgen über die nächsten 28 Tage.
Danach arbeitest du den Ablauf oben weiter ab. Formate, srcset und Alt-Text für die Bilder mit Informationen decken das meiste ab, was Bild-SEO für eine typische Website leisten kann.
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