Korrigiert am 17. September 2026
Die erste Fassung dieses Leitfadens schrieb Google Aussagen zu, die Google nie gemacht hat. John Mueller hat keine Grenze von „drei oder vier Klicks“ bestätigt, die 100-Links-Regel stammt nicht von Matt Cutts aus dem Jahr 2008, und es gab keine Experimente, nach denen nur der erste Ankertext zählt. Außerdem behauptete sie, KI-Suchmaschinen folgten beim Abrufen internen Links, nannte den Linkbericht der Search Console vollständig (er ist eine Stichprobe), zeigte Breadcrumbs in mobilen Ergebnissen, wo sie nicht mehr erscheinen, schrieb Luminas Link Analyzer das Finden defekter Links zu und nannte Link-Schwellenwerte ohne Quelle. Das „Live-Audit von 11 Guides“ hatte keine gespeicherten Daten, deshalb ist es raus.
Interne Verlinkung ist die SEO-Arbeit, die die meisten Teams auslassen. Für Backlinks gibt es Outreach-Kampagnen, für Schema Validatoren, für die Ladezeit Dashboards. Bei internen Links sind sich alle einig, dass sie zählen, aber kaum jemand prüft sie. Deshalb tauchen immer wieder dieselben Probleme auf: Seiten, auf die nichts verlinkt, „mehr lesen“-Anker, wichtige Inhalte, die schwer erreichbar sind, und Hub-Seiten, die nicht auf ihr eigenes Thema verlinken.
Wo Google sich geäußert hat, verlinke oder zitiere ich es. Wo es meine Einschätzung ist, sage ich das.
Was interne Verlinkung eigentlich ist
Interne Links verbinden Seiten derselben Domain. Sie erfüllen drei Aufgaben: Crawler entdecken darüber Seiten, der Ankertext sagt Suchmaschinen, worum es auf der Zielseite geht, und ein Teil der Bedeutung der verlinkenden Seite wird weitergegeben. Ein Link von Seite A zu Seite B ist also Weg und Signal zugleich.
Der Mechanismus ist einfach. Googlebot ruft eine Seite ab, liest jedes <a href> aus und stellt die verlinkten URLs in die Crawl-Warteschlange. Das wiederholt sich auf jeder abgerufenen Seite. Seiten, auf die viele wichtige Seiten verlinken, sind leichter zu finden und wirken wichtiger. Eine Seite, auf die nichts verlinkt (eine verwaiste Seite), ist über die Sitemap zwar auffindbar, bekommt vom Rest deiner Website aber weder Bedeutung noch Kontext.
Google hält den Rat kurz. In der Dokumentation zu Links heißt es sinngemäß: Auf jede Seite, die dir wichtig ist, sollte mindestens eine andere Seite deiner Website verlinken.
Warum interne Links weiterhin zählen
Google nutzt Links weiterhin, um Seiten zu entdecken und zu verstehen, wie sie zusammenhängen. Interne Links sind der Teil dieses Geflechts, den du komplett selbst in der Hand hast. Wer von außen auf dich verlinkt, bestimmst du nicht, welche deiner Seiten Rückhalt vom Rest der Website bekommen, schon.
John Mueller hat das 2018 so beschrieben: Ist eine Seite von der Startseite aus verlinkt, behandelt Google sie als wichtiger als eine Seite, die erst nach mehreren Klicks erreichbar ist. Eine Zahl von Klicks hat er nicht genannt. Es geht um das Verhältnis: Was du prominent verlinkst, markierst du als wichtig.
Wie Google interne Links tatsächlich behandelt
Einige Punkte werden oft mit falscher Quelle oder falschem Detail wiederholt. Dokumentiert ist Folgendes.
Es gibt keine feste Link-Grenze
Der alte Rat, eine Seite unter 100 Links zu halten, stammt aus Googles eigenen frühen Richtlinien für Webmaster, aus einer Zeit, in der Google nur etwa die ersten 100 KB einer Seite indexierte. Matt Cutts hat diesen Hintergrund 2009 in seinem Blog erklärt. Heute sagt Googles Dokumentation ausdrücklich, dass es keine magische ideale Anzahl von Links pro Seite gibt. Entscheidend bleibt, ob ein Link hilft: Eine Seite mit dreißig Links, die jeweils sinnvoll verweisen, sendet klarere Signale als eine mit zweihundert Boilerplate-Links.
Klicktiefe zählt, aber nicht als Dreier-Regel
Die „3-Klick-Regel“ ist eine Usability-Faustregel, die auf Jeffrey Zeldmans Buch Taking Your Talent to the Web von 2001 zurückgeht, und die Nielsen Norman Group hat gezeigt, dass sie nicht einmal für Nutzer stimmt. Google hat nie eine Klick-Grenze festgelegt. In der Praxis haben tiefe Seiten oft wenige interne Links, und genau da lohnt sich die Arbeit.
Nofollow wurde zum Hinweis
Google hat im September 2019 angekündigt, rel="nofollow" als Hinweis zu behandeln. Fürs Ranking galt das sofort, fürs Crawlen und Indexieren ab dem 1. März 2020. Nofollow auf internen Links, um PageRank zu lenken („PageRank Sculpting“), funktionierte schon viel früher nicht mehr, darüber schrieb Cutts 2009. Einen guten Grund, eigene interne Links auf nofollow zu setzen, gibt es selten.
Die 5 Verlinkungsmuster, die funktionieren
Sie schließen sich nicht aus, gut verlinkte Seiten kombinieren meist mehrere.
1. Hub and Spoke
Eine Hub-Seite behandelt ein Thema breit und verlinkt auf spezifischere Seiten. Jede dieser Seiten verlinkt zurück auf den Hub und auf eng verwandte Nachbarseiten. So wird die Themenstruktur für Leser und Crawler sichtbar, und der Hub zieht als vollständigster Einstieg ganz natürlich externe Links an.
2. Kontextuelle Links im Fließtext
Links mitten im Absatz, mit einem Ankertext, der das Ziel beschreibt, zu verwandten Artikeln oder Produktseiten. Laut Googles Dokumentation nutzt Google den Ankertext und in gewissem Umfang auch die Wörter rund um einen Link, um die Zielseite zu verstehen. Deshalb sagen kontextuelle Links mehr als ein allgemeiner Menüeintrag.
3. Breadcrumb-Navigation
Breadcrumbs (Start → Kategorie → Unterkategorie → Seite) zeigen, wo eine Seite in der Hierarchie liegt, und setzen auf jeder Seite Links nach oben. Mit strukturierten Daten vom Typ BreadcrumbList kann Google den Pfad in den Suchergebnissen anzeigen, seit Januar 2025 allerdings nur noch auf dem Desktop. Mobil erscheint nur die Domain. Für Navigation und Struktur bleiben Breadcrumbs trotzdem nützlich.
4. Blöcke mit verwandten Inhalten
Der Abschnitt „Verwandte Artikel“ am Seitenende. Von Hand ausgewählt, verbindet er Seiten, die wirklich zusammengehören. Automatisch nach Datum oder zufällig befüllt, verlinkt er Unzusammenhängendes und bringt wenig. Kuratiere diese Blöcke für deine wichtigsten Seiten und überlass die Masse nur dann einer Automatik, wenn deren Relevanzlogik taugt.
5. Footer- und Sidebar-Navigation
Seitenweite Links erreichen jede Seite und machen zentrale Bereiche leicht auffindbar. Weil sie überall gleich sind, sagen sie wenig über das Thema einer einzelnen Seite. Reservier sie für wirklich zentrale Ziele und verlass dich nicht darauf, dass sie kontextuelle Links ersetzen.
Die 6 häufigsten Fehler
Keiner davon ist exotisch. Sie sammeln sich mit der Zeit an, wenn Inhalte veröffentlicht werden, ohne dass jemand prüft, wie sie mit dem Rest der Website verbunden sind.
1. Verwaiste Seiten
Eine URL, auf die keine andere Seite deiner Website verlinkt, sodass Leser sie nicht erreichen können. Verwaiste Seiten entstehen meist durch Migrationen, gelöschte Kategorieseiten oder Artikel, die veröffentlicht und nie verlinkt wurden. Entscheide für jede: von einer passenden Seite verlinken, weiterleiten oder entfernen.
2. Nichtssagender Ankertext
„Hier klicken“, „mehr erfahren“ und „weiterlesen“ sagen weder Lesern noch Google, was hinter dem Link steckt. Googles Dokumentation empfiehlt beschreibenden, einigermaßen knappen Ankertext. Meist hilft es, den Satz umzuschreiben, sodass der Link auf den Wörtern liegt, die das Ziel beschreiben: „der Leitfaden zu Schema-Markup“ statt „weiterlesen“.
3. Wichtige Seiten zu tief vergraben
Eine kommerziell wichtige Seite, die nur über mehrere Navigationsebenen erreichbar ist, bekommt wenig Rückhalt vom Rest der Website. Du musst nicht die ganze Architektur abflachen. Setz kontextuelle Links von starken Seiten, etwa beliebten Artikeln oder Kategorie-Hubs, damit die wichtige Seite näher an den Stellen liegt, an denen Leser und Crawler ohnehin sind.
4. Viele Links auf dieselbe Seite von einer Seite aus
Fünfmal dasselbe Ziel aus einem Artikel zu verlinken, bringt wenig und macht den Text schwerer lesbar. Wie Google mehrere Anker auf dieselbe URL gewichtet, ist nicht dokumentiert. Mueller sagte 2021, es gebe keine einfache Regel wie „nur der erste Link zählt“, Google versuche die Struktur so zu verstehen, wie ein Nutzer es würde. Verlink ein- oder zweimal an der Stelle, wo es am meisten hilft, mit dem klarsten Anker.
5. Defekte interne Links
Interne Links, die auf eine 404-Seite führen, frustrieren Leser und schicken Crawler in Sackgassen. Sie entstehen typischerweise nach URL-Änderungen, Migrationen oder Umbauten. Prüf sie regelmäßig und aktualisier entweder den Link oder leite die alte URL auf ihr aktuelles Gegenstück weiter. Luminas Broken Link Checker ruft jeden Link ab und meldet den Statuscode.
6. Links auf Weiterleitungen, noindex-Seiten oder nicht-kanonische URLs
Links auf eine Weiterleitung, eine noindex-Seite oder eine URL, deren Canonical woanders hinzeigt, senden gemischte Signale. Google sortiert das meist aus, aber du verschwendest deine eigenen internen Links für einen Umweg. Verlink direkt auf die endgültige, kanonische URL und prüf, ob noindex-Seiten mit vielen internen Links nicht eigentlich indexierbar sein sollten.
Interne Verlinkung prüfen (3 Methoden)
Jede Methode findet eine andere Art von Problem. Für eine kleine Website reicht oft eine, bei größeren lohnt sich die Kombination.
Methode 1: Lumina Link Analyzer
Luminas Link Analyzer hat zwei Modi. „Einzelne Seite“ listet alle internen und externen Links einer URL mit Ankertext und rel-Attributen. „Ganze Website“ liest die Seiten deiner Sitemap und zählt, wie viele andere gecrawlte Seiten auf jede URL verlinken, getrennt nach allen Links und Links im Fließtext. Außerdem listet er verwaiste Seiten (Sitemap-Seiten, auf die keine andere gecrawlte Seite verlinkt) und Seiten, die nur aus der Navigation verlinkt sind. Zwei Grenzen: Die Zahlen gelten nur für die Seiten dieses Crawls, und das Tool ruft die Links nicht einzeln ab, kann also keine defekten Links erkennen. Dafür gibt es den Broken Link Checker.
Methode 2: Linkbericht in der Search Console
Der Linkbericht in der Google Search Console zeigt die am häufigsten intern verlinkten Seiten auf Basis von Googles eigenem Crawl. Damit siehst du gut, welche Seiten deine Website am stärksten betont. Google beschreibt die Daten als Stichprobe, nicht als vollständige Liste aller Links, und der Export ist auf 1.000 Zeilen begrenzt. Eine Sitemap-URL, die im Bericht fehlt, ist also kein Beweis für eine verwaiste Seite. Nimm es als Hinweis und bestätige ihn mit einem Crawl.
Methode 3: Crawl der ganzen Website mit Screaming Frog oder ähnlichen Tools
Screaming Frog (kostenlos bis 500 URLs), Sitebulb und Ahrefs Site Audit zeigen pro URL die eingehenden Links, die Crawl-Tiefe ab der Start-URL und defekte Links. Für große Websites ist das der vollständigste Blick. Nützliche Filter: URLs ohne interne eingehende Links, URLs mit großer Crawl-Tiefe und wichtige URLs mit auffällig wenigen eingehenden Links im Vergleich zu ähnlichen Seiten.
Ankertext: Was Google wirklich sagt
Googles Dokumentation zu Links wünscht sich Ankertext, der beschreibend, einigermaßen knapp und passend zur Zielseite ist. Sie nennt „hier klicken“ und ähnliche Formulierungen als schlechte Beispiele und warnt außerdem davor, Anker mit Keywords vollzustopfen oder übermäßig lang zu machen.
Für interne Links heißt das: Schreib Anker so, wie du das Ziel natürlich beschreiben würdest. Das Haupt-Keyword der Zielseite ab und zu zu nutzen, ist in Ordnung, ein Synonym oder der Seitentitel ebenso. Mueller hat gesagt, dass keywordreiche interne Anker kein Problem sind. Belege für eine Abstrafung wegen interner Ankertexte habe ich nicht gesehen, also gibt es keinen Grund, Prozentregeln zu erfinden, wie oft ein exaktes Keyword vorkommen darf.
Das eigentliche Risiko liegt auf der anderen Seite: Anker, die nichts sagen. Ein schneller Check ist, die Anker aufzulisten, die auf deine wichtigsten Seiten zeigen. Sind viele davon „weiterlesen“, „hier“ oder eine nackte URL, schreib diese Sätze um.
Interne Verlinkung und KI-Suche
Es ist verlockend, interne Links ein „KI-Zitiersignal“ zu nennen. Belegt ist das nicht. Die Crawler-Seiten von OpenAI, Anthropic und Perplexity beschreiben, wofür jeder Bot da ist (Training, Suchindex oder Abruf auf Anfrage) und wie du ihn per robots.txt steuerst. Keine davon sagt, wie interne Links beeinflussen, welche Seite zitiert wird.
Was gilt, ist grundlegender. Such-Crawler wie OAI-SearchBot und PerplexityBot müssen deine Seiten erst finden, bevor sie sie indexieren können, und gefunden werden Seiten über Links und Sitemaps. Eine Seite, die aus passenden Artikeln verlinkt ist, wird leichter entdeckt als eine verwaiste. Abrufer auf Anfrage wie ChatGPT-User laden eine bestimmte URL, wenn die Frage eines Nutzers es verlangt, und brauchen dafür dein Linkgeflecht nicht.
Die sinnvolle Arbeit ist also dieselbe wie für Google: wichtige Seiten aus passenden Inhalten verlinken, verwaiste Seiten vermeiden und jede Seite ihre Frage klar beantworten lassen.
Ein Ablauf in 5 Schritten
Lass den Link Analyzer im Modus „Ganze Website“ oder einen vollständigen Crawl laufen und liste Seiten auf, auf die keine andere Seite verlinkt. Für jede: von einer passenden Seite verlinken, weiterleiten oder aus Website und Sitemap entfernen.
Link Analyzer starten →Liste die 10 bis 20 Seiten auf, die für Traffic oder Umsatz am meisten zählen. Vergleich, wie viele Links aus Fließtext jede bekommt, mit ähnlichen Seiten deiner Website. Die deutlich schwächeren kommen zuerst dran.
Eingehende Links vergleichen →Prüf die Anker, die auf diese wichtigen Seiten zeigen. Ersetz „weiterlesen“, „hier“ und nackte URLs durch Wörter, die das Ziel beschreiben.
Anker prüfen →Wichtige Seiten, die nur über mehrere Ebenen erreichbar sind, bekommen kontextuelle Links aus starken Artikeln oder Kategorie-Hubs. Danach neu crawlen und die Tiefe vergleichen.
Links auf Fehler prüfen →Gib Seiten unterhalb der Startseite eine Breadcrumb-Navigation mit strukturierten Daten vom Typ BreadcrumbList. Das hilft Lesern und Crawlern beim Verständnis der Hierarchie und kann den Pfad in Desktop-Ergebnissen anzeigen.
FAQ
Wo du anfängst
Wenn du diese Woche nur eine Sache machst, such deine verwaisten Seiten. Lass den Modus „Ganze Website“ des Link Analyzers über deine Sitemap laufen, liste die Seiten auf, auf die nichts verlinkt, und gib jeder einen kontextuellen Link von einer passenden Seite, eine Weiterleitung oder eine saubere Entfernung.
Wenn du mehr Zeit hast, nimm deine 10 wichtigsten Seiten, zähl die Links aus Fließtext, die jede bekommt, und ergänze Links aus verwandten Artikeln bei denen, die deutlich zurückliegen. Beobachte diese Seiten danach einige Wochen in der Search Console. Interne Links sind ein Signal unter vielen, also bewerte das Ergebnis anhand der Daten dieser Seiten und nicht anhand einer versprochenen Zahl.
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