Hier geht es darum, Google My Business zu optimieren, also das Unternehmensprofil selbst, das hinter dem Relevanz-Signal im Leitfaden zum Google-Maps-Ranking steht. Der erklärt Googles drei Ranking-Faktoren. Dieser geht Feld für Feld durch: Verifizierung, Kategorien, Fotos, Beiträge, Bewertungen, Sperrungen und eine Routine, mit der das Profil aktuell bleibt.
Jede konkrete Zahl hier, von Zeichenlimits über Fotogrößen bis zu Prüfzeiten, stammt aus Googles eigenen Hilfeseiten zum Unternehmensprofil. Wo Google etwas nicht sagt, sage ich das auch, denn viele GBP-Tipps im Netz verkaufen Agentur-Folklore als Google-Richtlinie.
Korrektur vom 17. September 2026
Die erste Fassung dieses Leitfadens hat empfohlen, eigene Fragen im Q&A-Bereich anzulegen. Diese Funktion hat Google inzwischen entfernt. Außerdem stimmten die Mindestgrößen für Fotos und Videos, die Laufzeit von Beiträgen, die Prüfzeit der Video-Verifizierung und das Kategorien-Limit nicht, und mehrere Ranking-Aussagen wurden Google zugeschrieben, die Google nie gemacht hat. Die betroffenen Abschnitte habe ich anhand von Googles Hilfeseiten neu geschrieben.
Google Unternehmensprofil vs. Google My Business
Dasselbe Produkt, neuer Name. Google hat Google My Business im November 2021 in Google Business Profile umbenannt, auf Deutsch Google Unternehmensprofil, und die eigene App 2022 eingestellt. Verwaltet wird das Profil jetzt direkt in der Google-Suche und in Maps. Gesucht wird trotzdem öfter nach dem alten Namen, deshalb tauchen in Anleitungen beide auf.
Das Profil ist der kostenlose lokale Eintrag, den Google zeigt, wenn jemand nach deinem Unternehmen oder nach deiner Branche in der Nähe sucht. Es erscheint in den lokalen Ergebnissen der Suche, in Google Maps und im Unternehmens-Panel bei Suchen nach dem Namen.
So funktioniert die Verifizierung
Laut Google zeigt die Verifizierung, dass du das Unternehmen vertreten darfst, und dadurch erscheint das Profil eher in den Ergebnissen. Welche Methoden du angeboten bekommst, hängt von der Art des Unternehmens, vom Land und von deinem Konto ab. Frei aussuchen kannst du sie nicht.
| Methode | Dauer | Typischer Fall |
|---|---|---|
| Sofort | Sekunden | Dein Konto hat die Website schon in der Search Console bestätigt |
| Telefon / SMS | Minuten | Wird manchen Unternehmen angeboten |
| Minuten | Wird manchen Unternehmen angeboten | |
| Postkarte | Meist innerhalb von 14 Tagen | Wird für manche Adressen angeboten |
| Videoaufnahme | Prüfung bis zu 5 Werktage | Häufig bei Unternehmen mit Einzugsgebiet und vielen neuen Profilen |
Für die Video-Verifizierung verlangt Google eine ungeschnittene Aufnahme von mindestens 30 Sekunden, aufgenommen und hochgeladen per Smartphone über dein Profil. Ein Ladengeschäft zeigt den Standort, einen Beleg, dass es das Unternehmen gibt (Schild, Ausstattung), und einen Beleg, dass du es führst, etwa den Zugang zu einem Bereich nur für Mitarbeitende. Ein Unternehmen mit Einzugsgebiet zeigt, wo es arbeitet, sein Werkzeug und sich selbst bei der Arbeit. Coworking-Plätze und Postfächer fallen durch und sind als Geschäftsadresse laut Google-Richtlinien ohnehin nicht erlaubt.
Filialisten mit 10 oder mehr Standorten
Unternehmen mit mindestens 10 Standorten derselben Marke können eine Sammelverifizierung beantragen, statt jedes Profil einzeln zu bestätigen. Google prüft den Antrag für die ganze Gruppe, und das kann dauern. Stell ihn also, bevor die Profile live sein müssen.
Kategorien: Haupt- und weitere Kategorien
Du wählst eine Hauptkategorie und laut Googles Kategorien-Seite bis zu 9 weitere, also höchstens 10. Googles eigene Regeln sind knapp: Kategorien beschreiben, was dein Unternehmen ist, und sind kein Platz für Keywords oder Ausstattungsmerkmale.
Die meisten Local-SEOs halten die Hauptkategorie für den stärksten Relevanz-Hebel, den du selbst in der Hand hast, auch wenn Google keine Gewichtung veröffentlicht. Nimm die genaueste Kategorie für dein Kerngeschäft. „Zahnarzt“ sagt mehr als „Arzt“, „Italienisches Restaurant“ mehr als „Restaurant“.
Weitere Kategorien fügst du nur für das hinzu, was du tatsächlich bist oder anbietest. Eine Zahnarztpraxis mit ästhetischer Zahnmedizin kann dafür eine passende weitere Kategorie ergänzen. Eine Agentur, die keine Websites baut, sollte „Webdesigner“ nicht eintragen, nur um mehr Suchen abzugreifen. Genau diesen Missbrauch nennen Googles Regeln.
Welche Kategorie Wettbewerber nutzen, siehst du in Maps: Die Hauptkategorie steht unter dem Firmennamen. Es gibt rund 4.000 Kategorien, und die Auswahl vervollständigt nur, was du tippst, deshalb hilft es, den genauen Namen zu kennen. Google ergänzt und benennt Kategorien gelegentlich um, einmal im Jahr nachzusehen lohnt sich also.
Fotos und Videos
Auf Googles Seite zum lokalen Ranking stehen Fotos und Videos als Weg, Kunden zu zeigen, was du anbietest. Wie stark sie ins Ranking einfließen, sagt Google nicht. Klar ist: Ein Profil ohne echte Fotos gibt Suchenden wenig Grund, es dem nächsten Ergebnis vorzuziehen.
Die technischen Vorgaben sind überschaubar:
- Fotos: JPG oder PNG, 10 KB bis 5 MB, mindestens 250 × 250 px. Google empfiehlt 720 × 720 px.
- Fotos sollen scharf und gut ausgeleuchtet sein, ohne starke Filter oder deutliche Bearbeitung.
- Videos: bis 30 Sekunden, bis 75 MB, 720p oder höher.
Was du hochladen solltest: Logo und Titelbild, die Außenansicht mit Schild, damit man den Ort wiedererkennt, den Innenraum, das Team und deine echte Arbeit oder deine Produkte. Echte Fotos, keine Stockbilder. Neue Fotos lohnen sich, wenn sich etwas ändert, etwa nach einem Umbau, bei einer neuen Leistung oder neuen Mitarbeitenden, und nicht nach einem festen Takt um des Taktes willen.
Beiträge, Bewertungen und was Q&A ersetzt hat
Beiträge
Es gibt drei Beitragsarten: Neuigkeiten, Angebote und Veranstaltungen. Angebote und Veranstaltungen laufen so lange, wie du den Zeitraum festlegst. Beiträge, die älter als sechs Monate sind, werden archiviert, wenn sie keinen Zeitraum haben. Du kannst Beiträge planen und wöchentlich oder monatlich wiederholen lassen.
Auf Googles Seite zum lokalen Ranking tauchen Beiträge nicht auf. Sie sind also für Menschen da, die dein Profil ansehen, nicht als Ranking-Hebel. Ein aktuelles Angebot, ein saisonaler Hinweis oder ein Termin ist nützlich.
Q&A gibt es nicht mehr
Google hat die Q&A-API laut Entwickler-Changelog am 3. November 2025 abgeschaltet und entfernt seitdem auch den öffentlichen Q&A-Bereich aus den Profilen. Laut Fachpresse übernehmen KI-generierte Antworten in Maps diese Rolle, gespeist aus dem Profil, den Bewertungen und der Website.
Das ändert die Empfehlung. Eigene Fragen anlegen geht nicht mehr. Du kannst aber dafür sorgen, dass die Quellen dieser Antworten vollständig und richtig sind: Öffnungszeiten, Attribute, Leistungen, Beschreibung und die FAQ auf deiner eigenen Website.
Bewertungen und Antworten
Bewertungen sind der Teil der Bekanntheit, den du am direktesten beeinflusst. Google nennt auf seiner Ranking-Seite die Zahl der Bewertungen und schreibt, dass Antworten zeigen, dass dir Feedback wichtig ist, und dass positive Bewertungen und hilfreiche Antworten dein Unternehmen hervorheben können. Antworte auf Bewertungen, gerade auf negative, und geh dabei auf das ein, was die Person tatsächlich geschrieben hat. Bitte zufriedene Kunden mit dem Link aus deinem Profil um eine Bewertung. Bezahlte oder belohnte Bewertungen verbieten Googles Richtlinien.
Leistungen, Attribute, Beschreibung, Produkte
In diesen Feldern bleiben die meisten Profile halb leer.
Leistungen. Liste deine Leistungen auf, jeweils mit einer Beschreibung von bis zu 300 Zeichen. Eine Zahnarztpraxis mit der Hauptkategorie „Zahnarzt“ kann trotzdem Bleaching, Implantate und Wurzelbehandlung einzeln auflisten und deckt damit die genauen Suchen ab, die Kategorien nicht erfassen.
Attribute. Welche Attribute du setzen kannst, hängt von der Kategorie ab, etwa Barrierefreiheit, Zahlungsarten, Ausstattung oder Angaben zu den Inhabern. Google nennt Attribute wie Parkplätze oder WLAN als Teil vollständiger Unternehmensangaben. Trag alle ein, die zutreffen.
Beschreibung. Bis zu 750 Zeichen. Schreib in normaler Sprache, was das Unternehmen macht, wo und was es besonders macht. Keyword-Stuffing verstößt gegen Googles Richtlinien und liest sich schlecht für die Person, die überlegt, ob sie anruft.
Produkte. Händler und Unternehmen mit Produkten können Produkte mit Foto, Preis und Beschreibung anlegen. Dienstleister brauchen diesen Bereich meist nicht.
Häufige Gründe für Sperrungen und der Einspruch
Die meisten Sperrungen gehen auf einen Verstoß gegen Googles Richtlinien zur Darstellung von Unternehmen zurück. Diese Muster sehen Local-SEOs am häufigsten:
- Keywords im Firmennamen. „Bester Klempner Berlin 24/7“ statt des echten Namens. Nimm den Namen, der auf deinem Schild und deinen Unterlagen steht.
- Eine Adresse, die Kunden nicht besuchen können, bei einem Ladengeschäft. Virtuelle Büros, Postfächer und Adressen ohne Personal sind nicht zulässig. Wenn du zu den Kunden fährst, richte ein Profil mit Einzugsgebiet ein und blende die Adresse aus.
- Kategorien für Leistungen, die du nicht anbietest. Sie stellen das Unternehmen falsch dar und ziehen Meldungen von Nutzern an.
- Doppelte Profile. Ein zweites Profil für denselben Standort, oft angelegt, weil niemand Zugriff auf das erste hatte. Beantrage lieber Zugriff auf das bestehende Profil.
- Große Änderungen an Name, Adresse oder Kategorie auf einmal. Sie können eine erneute Prüfung auslösen. Ändere nötige Dinge überlegt und halte Belege bereit.
Wenn dein Profil gesperrt wurde
Nutze das Einspruchs-Tool für Unternehmensprofile, angemeldet mit dem Konto, das das Profil verwaltet. Als Belege gelten zum Beispiel Gewerbeanmeldung, Genehmigung, Steuerbescheinigung oder eine Strom-, Telefon- oder Internetrechnung, und Name und Adresse müssen zum Profil passen. Sobald du das Belegformular öffnest, hast du 60 Minuten, um es abzuschicken. Google schickt die Entscheidung per E-Mail, und bei einer Ablehnung kannst du mit weiteren Belegen eine erneute Prüfung beantragen. Leg während des laufenden Einspruchs kein neues Profil für dasselbe Unternehmen an.
Eine Pflege-Routine (wöchentlich / monatlich / quartalsweise)
Profile veralten: Öffnungszeiten ändern sich, Leistungen kommen dazu, Mitarbeitende gehen, Bewertungen kommen rein. Mit dieser Routine bleibt das Profil für einen Standort mit etwa einer Stunde pro Woche aktuell. Das ist eine Arbeitsroutine. Dass Google einen solchen Takt belohnt, hat Google nie gesagt.
Wöchentlich (~20 Min)
- Auf neue Bewertungen antworten.
- Von Google oder Nutzern vorgeschlagene Änderungen an Öffnungszeiten, Telefon oder Adresse prüfen und annehmen oder korrigieren.
- Einen Beitrag veröffentlichen, wenn es etwas zu sagen gibt: ein Angebot, einen Termin, eine Änderung.
Monatlich (~30 Min)
- Fotos ergänzen, wenn sich etwas geändert hat.
- Leistungen und Attribute mit dem abgleichen, was du heute wirklich anbietest.
- Den Bericht „Leistung“ öffnen und notieren, welche Suchanfragen und Aktionen (Anrufe, Routen, Website-Klicks) wachsen oder schrumpfen.
- Prüfen, ob Name, Adresse und Telefon in deinen wichtigsten Verzeichniseinträgen übereinstimmen.
Quartalsweise (~60 Min)
- Haupt- und weitere Kategorien mit Wettbewerbern und mit deinem heutigen Angebot abgleichen.
- Beschreibung und die FAQ auf deiner Website erneut lesen, denn beides fließt in das ein, was Google über dich sagen kann.
- Sonderöffnungszeiten für die kommenden Feiertage eintragen.
- Die Map-Pack-Position im Einzugsgebiet mit Local Geogrid prüfen und mit dem letzten Quartal vergleichen.
FAQ
Wo du anfängst
Fünf Schritte, etwa 90 Minuten, danach die Routine oben:
Notier dir Haupt- und weitere Kategorien. Sieh dir die Hauptkategorien der Unternehmen an, die in Maps vor dir stehen. Wenn deine allgemeiner ist als das, was du wirklich bist, wechsle zur genaueren.
Kategorien-Regeln ↑Beschreibung, Leistungen mit Beschreibung, alle zutreffenden Attribute, reguläre und Sonderöffnungszeiten, Telefon, Website, Adresse.
Felder im Überblick ↑Logo, Titelbild, Außenansicht mit Schild, Innenraum, Team, Arbeit. Mindestens 250 × 250 px, besser 720 × 720. Ein kurzes Video vom Standort hilft zusätzlich.
Foto-Vorgaben ↑Ohne Q&A stammen Antworten zu deinem Unternehmen aus Profil, Bewertungen und Website. Prüf Öffnungszeiten und Attribute, antworte auf aktuelle Bewertungen und sorg dafür, dass deine Website die häufigen Kundenfragen beantwortet.
Beiträge, Bewertungen, Q&A ↑Die Map-Pack-Position ändert sich von Straße zu Straße. Ein einzelner Check vom Büro aus übersieht das. Scann dein Gebiet mit Luminas Local Geogrid und sieh, wo du abfällst.
Local Geogrid →Sieh, wo dein Profil in deinem Gebiet rankt
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